Wenn ihr keine Zeit habt, dann …

… nehmt einfach die von jemand anderem.

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Nicht nur Jahre

- auch Sonette aus meiner Feder gibt es mittlerweile, wenn ich mich nicht verzählt habe, genau fünfzig. Die meisten findet man hier.

Bei einem im Spätsommer entstandenen bin ich noch nicht so recht sicher, ob es was taugt. Eindeutig gehört es eher in die Kategorie Unsinn von der Sorte, wie verwöhnte Dichter ihn in einer müßigen Stunde produzieren (was als tag eindeutig zu lang ist).

Blauer Traum

Persephone sitzt aufrecht mir zur Linken,
Eurydike halb liegend rechter Hand,
so lagre träumend ich im Schattenland,
wo aller Träumer Träume einst versinken.

Vor jeder steht ein Glas Zypressenbrand,
denn Lethes Wasser wollen wir nicht trinken,
das brodelt in den Pfeifen. Weißlich winken
drei Säulen Asphodelenqualm zum Strand.

Die Nebel unsrer Pfeifen wirbeln, steigen,
wir rauchen Hadesblumen, nicken, schweigen,
die Totengöttin, ich, die Schattenfrau.

So kiffen wir im Dämmer Asphodelen.
Ich könnte später mich nach oben stehlen,
doch ob ich will – das weiß ich nicht genau.

© Claudia Sperlich

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Gute Frage

Wird Zeit mit der Zeit weniger oder mehr ?

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Alt? Grrr…

Ach wo – Alter ist wirklich kein Grund zum Knurren.
Sondern die Alt-ernative zum vorzeitigen Tod.

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Eigentlich ein Geburtstag – Claudia !

Heute hab ich beim Kaffee so nachgedacht, wie lange wir uns nun schon kennen.

“Ist das wichtig ?”, fragte eine Stimme in mir.
“Nein”, sagte eine andere, “Hauptsache sie bleibt noch lange bei uns”.

Liebe Claudia,

Danke für alles, was du in diese Welt einbringst. Und für die anregende Zeit hier am Blog.

Irgendwie wird’s heuer aber tatsächlich mal Zeit, dass du nach Wien kommst, oder ?
Die Sacherwürfel und jede Menge guter Wiener Kaffee warten hier auf dich.

Sylvia

Zum Geburtstag hab ich dir ein Beet gepflanzt.

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Goldene Jahre

Im letzten halben Jahrhundert
hab ich nichts Großes vollbracht,
hab nur das Leben verwundert
besungen, beweint und belacht.

Deswegen bekomm ich Schelte
von der tüchtigen alten Welt,
der ich als Nichtsnutz gelte,
die mich für entbehrlich hält.

Wenn ich der Welt nicht genüge,
liegt das vielleicht an der Welt.
Ich nehme zur Kenntnis die Rüge,
aber mich beißt nicht, wer bellt.

Vielleicht beiße ich stattdessen,
vielleicht bin ich nicht mehr nett.
Dann wird die Welt mich vergessen.
So macht sich alles wett.

Vorläufig aber bleibe
ich auf der Schlampe, der Welt -
und was ich über sie schreibe,
wird öffentlich ausgestellt.

© Claudia Sperlich

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Dinge, die die Realität darf, ein Schriftsteller aber nicht

Als Schriftsteller muß man sich um logische Stringenz und Glaubwürdigkeit bemühen. Humor ist nichts Schlechtes, aber er darf nicht in billige Witzelei ausarten. Kritik ist nichts Schlechtes, aber sie darf nicht in blindwütige Rundumschläge ausarten.

Die Realität sieht das anders.
Sie ließ in Berlin in den 80er Jahren einen Baustadtrat Gäste von öffentlichen Geldern in einen Puff einladen. (Das dürfte ein Schriftsteller noch schreiben.) Der Lude war ein Kumpel des Baustadtrates – auch das könnte ein Schriftsteller noch ausmalen.
Aber der Nachname des Luden lautete Schwanz. Und das hätte ein Schriftsteller einfach nicht gedurft, das darf nur die Realität.

Inzwischen ist die Realität nicht bescheidener geworden. Innerhalb von zwei Tagen lese ich von zwei verschiedenen Juristen im Gesichtsbuch, daß 1. die Nazis ja schließlich für Mutterschutz gesorgt haben (und daß meine Bemerkung, hierauf halte ich einen Abbruch des Gesprächs für sinnvoll, ein intellektueller Offenbarungseid ist), und daß 2. die Verbrennung von Koranen deshalb nicht kritisiert werden darf, weil Bluttaten von Moslems darauf folgten.

Schriebe ich das in einem Buch nicht irgendwelchen dumpfen Dolmen zu, sondern zwei in staatlichem Lohn stehenden Juristen, so würde es wahrscheinlich verrissen als völlig unglaubwürdiger, überzogener Schund.

Ich wäre gern die Realität, die darf einfach mehr als ich.

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Fastenzeit :-)

Kann kein Schweinefleisch essen,
Schweinegrippe….
Kann kein Hühnchen essen,
Vogelgrippe…
Kann kein Rindfleisch essen,
BSE…
Kann keine Eier essen,
Salmonellen…
Kann keinen Fisch essen,
Schwermetalle vergiften das Wasser…
Kann weder Früchte noch Gemüse essen,
Wegen der Insektenvernichtungs- und Pflanzenschutzmittel.

Ich glaube da bleibt noch Schokolade und Eiskrem übrig !

Denk dran – “STRESSED” rückwärts geschrieben ergibt “DESSERTS”

Das hab ich heute per Rundmail bekommen, die muß ich ja im Normalfall nicht so haben, aber das klingt für mich derartig logisch, dass ich es euch nicht vorenthalten möchte :grin:

Sylvia

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Gestern hab ich so drüber …

… nachgedacht, ob das Leben eher durch Dinge beeinflußt wird, die passieren oder eher dadurch, dass gewisse Dinge im Leben nicht stattfinden.

Ist nicht wirklich was dabei rausgekommen, aber jetzt wisst ihr immerhin, was ich so tu.
Oder eben nicht tu.
Warum eigentlich nicht ?

Sylvia

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Familienleben

Familie kann so schön sein! Vom Einkauf kommend, hörte ich dicht hinter mir das Gespräch zweier Jugendlicher, einer mit lebhafter Stimme, der andere mit mauligem Tonfall.

Lebhaft: … da hab ich Geburtstag.

Maulig: Am gleichen Tag wie mein Vater. Der wird 56.

Lebhaft: So alt?

Maulig: Ja. Mein Vater hat ne Tochter, die ist 22.

Pause, dann, widerstrebend:

Meine Schwester.

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