Duden ist das Gegenteil von Sieden

Schade, dass die eingängisten Erklärungen oft so gar nicht stimmen. Sprache halt.

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No Mohr ?

Im Zuge diskriminierender Wortverwendungen trifft man immer wieder auf den Menupunkt:

*Mohr im Hemd*

Hierzulande diskutiert man sich im wahrsten Sinne des Wortes *um Kopf und Kragen*, weil man Mohr eigentlich nicht sagen soll oder auch darf und sucht nach einer Begrifflichkeit, die den kleinen Schokogugelhupf mit Schlagobers und Schokosauce humaner (ja, oder eigentlich nicht humaner) beschreibt.

Hanno Pöschl, österreichischer Schauspieler und Beislbetreiber in Wien, regt die Bezeichnung *Mohr* ziemlich auf und so verkündete er gestern via Radio seine Lösung:

*Othello im Hemd* – so nennt er die Süßspeise in seinem Lokal.

Nojo, denk ich so bei mir, Othello hat immerhin Desdemona erdrosselt, ein Mörder also, wenn auch *nur* dem Geiste Shakespeares entsprungen, aber doch einer, der mehr getan hat, als jemanden mit Worten zu beleidigen. Obwohl man in früheren Zeiten auch für eine unangemessene Wortwahl gleich mal zum Duell gefordert wurde und auch dieses einem Kopf und Kragen kosten konnte.

Worte treffen im Gehirn ein und machen dort Schubladen auf, in denen eventuell ein Zündsatz liegt. Diese Schubladen haben wir selber eingerichtet und gefüllt mit Inhalten.

Mir käme nie und nimmer in den Sinn, mit Mohr irgendwas Abfälliges in Verbindung zu bringen. Ich eß das gerne und in meiner Mohrenschublade sind Bilder von einem beturbanten dunkelhäutigen Mann aus dem Orient im ornamentbestickten Gewand.

Und ich finde es lästig, dass man die eigenen abfälligen Assoziationen seinen Mitmenschen um den Hals – oder auch Kragen – hängt.

Und ob Othello wirklich die nettere Bezeichnung ist, lass ich mal dahingestellt.

Sylvia

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Bitte nicht Erlenruh!

Auf dem Gesichtsbuch wurde ein wenig über geschmacklose Namen von Altenheimen gelästert. Erlenruh gibt es tatsächlich irgendwo, und es klingt nicht viel besser als Asphodelenwiese und Zypressenhain. Haus des rüstigen Rentners als Bezeichnung eines Heimes für Demenzkranke ist ebenfalls vorhanden und irgendwie nicht so ganz geschmackssicher.

Wer weiß einen stilvollen Namen für die Residenz der letzten Tage? Ich wäre ja für House Usher oder Residenz Buddenbrook. Auch Das Majorat könnte ein geeigneter Name sein. Für gehobene Ansprüche könnte man eine Pension Beatrice einrichten.

Und? Habt Ihr noch Vorschläge? Aber bitte nicht Erlenruh, Pappelgrund oder dergleichen.

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Oma, die Russen kommen !

Den heurigen Songcontestbeitrag von Rußland find ich einfach nur super :grin:

Ich hoffe, sie gewinnen. Mal was anderes.

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Versuch und Irrtum …

… gehen bald an den Start. Mal schauen, wer das Rennen gewinnt.

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Österreich gedenke!

Franz Sacher ist tot – und zwar seit 105 Jahren.

Guten Appetit beim Gedenken.

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Weltfrauentag

ist heute.
Also ein Tag für Weltfrauen. Nicht für Weltkinder, nicht für Männer von Welt und nicht für Halbweltdamen – sondern für Weltfrauen.

Oder vielleicht doch für die Frau Welt?

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Übersetzers Nachtlied

nach der Melodie Der Mond ist aufgegangen

Gut Nacht, ich geh jetzt schlafen
und träum von schwarzen Schafen
in diesem schönen Land.
Wenn Korrektoren toben,
Herr, wirf vom Himmel oben
ein kleines bißchen mehr Verstand.

Wie wär die Welt so stille,
wär nur nicht diese Fülle
von törichtem Geschwätz!
Ach, daß es doch verklinge!
Du Schöpfer aller Dinge,
bewahr vor Krach uns auch im Netz.

Sei meinem Lektor gnädig,
und mach ihn los und ledig
von Besserwisserei.
Laß ihn die Grenzen sehen,
die ihm im Wege stehen,
und mache mich vom Vorwurf frei.

© Claudia Sperlich

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Martina Fina – Die Gartentraumgärtnerin

Martina Fina, Freundin durch dick und dünn, begnadete Gartengestalterschafferin hat ihre neue Seite nun fertiggestellt. Und ein bissi bin ich auch da drin, denn es sind auch Fotos von mir dabei :grin: Wandert ein wenig umher, ruht euch aus und dann geht raus in euren Garten …

Anzusehen: hier

.

GARTENTRAUMGARTEN

Es war einmal ein Gartentraum,
der hing ganz still mitten im Raum.
Nur als Idee, doch ohne Namen,
undefiniert & ohne Rahmen.

Man holte mich und ich ging hin
und sprach und sagte, fragte ihn:
‘Komm Gartentraum, komm ruhig heraus
und zeige uns: wie siehst du aus?’

Der Gartentraum anfangs noch schüchtern
- er fand sein Umfeld noch recht nüchtern -
begann sich schließlich zu entfalten
zwischen dem Neuen und dem Alten.

Und zeigte Farben, Formen, Räume,
dazwischen Blumen, Wasser, Bäume,
hier etwas Holz, dort etwas Stein
und fügte in den Raum sich ein.

Und? Keiner wollt mehr von ihm lassen.
Und dann? Begann er Fuß zu fassen!
Verankerung, Gestalt annehmen,
belebte Form, Sinne verwöhnen.

In Folge strömte durch die Luft
ein sanfter Klang, ein zarter Duft,
ein Rhythmus durch des Jahres Zeiten.
Der Puls beginnt sich auszubreiten…

Der Garten nicht mehr länger Traum
durchdringt den ganzen Lebensraum.
Beschließt mit Wachsen & Gedeihen
fortan uns Menschen zu erfreuen.

Martina Fina

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Deutsch für Fortgeschrittene, Weggelaufene und Dagebliebene (5)

Petzen, Klatschbasen und Tratschtanten sind unangenehme Zeitgenossinnen. Wer aber spricht von ihren nicht weniger unangenehmen männlichen Pendants?
Es gibt im Deutschen kein männliches Wort für mit der Untugend von Klatsch und übler Nachrede Behaftete.

Ich plädiere für die Einführung entsprechender Ausdrücke. Sie ist überfällig.

Jeder Petze werde ein Petzer beigesellt,
jedem Klatschweib ein Klatschkerl,
jeder Klatschbase ein Klatschvetter,
jeder Tratschtante ein Tratschonkel,
jeder Plappertasche ein Plapperkoffer,
jeder Schnattergans ein Schnatterganter,
jeder Quasselstrippe ein Quasselstrick,
jeder Quatschliese ein Quatschhans.

In der Tat können Männer mindestens ebenso gut tratschen, klatschen, verleumden und plappern wie Frauen, und das muß endlich gebührend gewürdigt werden.
Dann wirds auch was mit der Gendergerechtigkeit.

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