Manche Menschen richten ihr Leben so ein,
dass sie von Vorspeisen und Beilagen leben.
Das Hauptgericht lernen sie nie kennen…
José Ortega y Gasset
Manche Menschen richten ihr Leben so ein,
dass sie von Vorspeisen und Beilagen leben.
Das Hauptgericht lernen sie nie kennen…
José Ortega y Gasset
Man kann im Deutschen mit unvergleichlicher Virtuosität Wörter zusammensetzen. Das langt vom einfachen und allgemeinverständlichen Butterbrot, das in Butterbrotpapier gewickelt wird, das man von einer Butterbrotpapierrolle reißt, über kompliziertere Dinge wie Kommunikationswissenschaft und Relativitätstheorie und gesellschaftliche Phänomene wie Weihnachtskonsumterror und Massenarbeitslosigkeitsbekämpfungsmaßnahmen bis hin zu metaphysisch anmutenden Begriffen wie Vorläufigkeitsvermerk oder Restmüllbehältervolumenerhöhung.
Grundsätzlich gilt: das letzte Wort einer so zusammengebastelten Reihe bestimmt das Geschlecht des Gesamtwortes und sagt, worum es geht. Je weiter man in der Wortreihe nach vorne geht, desto genauer wird spezifiziert.
Eine Restmüllbehältervolumenerhöhung ist also zunächst eine Erhöhung (und damit ein Femininum, anders als das Volumen, der Behälter, der Müll, der Rest).
Erhöht wird das Volumen.
Das Volumen des Behälters.
Der Behälter für den Müll.
Der Müll, der den Rest bildet, wenn man alles Recyclebare schon anderswohin geworfen hat.
Wir gehen also in der deutschen Sprache vom Besonderen zum Allgemeinen, wenn wir Wörter zusammensetzen.
Dabei gibt es keine feste Regel, auf welche Weise ein Wortteil den anderen beschreibt. So ist ein Jägerschnitzel ein Schnitzel in der Zubereitungsweise, die man mit den kulinarischen Gepflogenheiten von Jägern assoziiert. Hingegen hat das Schweineschnitzel seinen Namen nicht von den kulinarischen Gepflogenheiten der Schweine, sondern vom Material. Das ist allgemeiner Konsens, und ich kann und muß mich darauf verlassen, daß, wenn ich ein Jägerschnitzel bestelle, hierfür kein Jäger sein Leben lassen muß, daß umgekehrt ein Schweineschnitzel in einer menschlichem Geschmack zuträglichen Art zubereitet wird.
Eine Halswehtablette ist gegen Halsweh, ein Kinderbuch für Kinder, und niemand käme darauf, es anders zu verstehen – weil niemand annimmt, Tabletten, die keine andere Wirkung haben als Halsweh zu verursachen, seien im Handel, oder Bücher könnten gelesen werden mit dem einzigen Sinn, Kinder abzuschaffen.
Nun ist durch die Tätigkeit einer terroristischen Vereinigung das Wort Dönermorde (üblicherweise im Plural) aufgekommen. Hier liegt trotz der obengenannten Mannigfaltigkeit der Wortkopplungen ein sprachlogischer Fehler vor.
Ein Dönermord läge vor, wenn entweder das Asservat oder das Motiv oder der Täter oder das Opfer ein Döner wäre.
Wurden die Opfer mit Döner erschlagen oder erstickt, mit vergiftetem Döner zu Tode gebracht, mit Dönerspießen erstochen? Nein.
Steht das Motiv der Morde mit Döner in unmittelbarem Zusammenhang, ging es um Zubereitung, Preis, Herkunft, Bekömmlichkeit speziell von Döner? Nein.
Waren die Täter Dönerproduzenten oder hatten sie irgendwelche Ähnlichkeit mit Döner? Nein. (Außer vielleicht intellektuell, aber das kann hier nicht zählen, denn dann könnte man ebensogut Stullenmord sagen.)
Hatten die Opfer vor oder nach der Untat irgendeine wie auch immer geartete Ähnlichkeit mit Döner? Nein.
Fazit: Dönermorde ist eine unsinnige und irreführende Wortbildung. Es sind ganz einfach Morde, unzusammengesetzt, unverniedlicht, simpel und schäbig, wie Morde eben so sind.
Zur Zeit regen sich zahlreiche Leute auf, weil ein Mann einen Preis bekam. Nicht irgendein Mann, sondern einer, der davon lebt, in mäßigen Liedern dummes Zeug über Frauen und Schwule zu sagen (und gelegentlich auch banales Zeug darüber, daß das Leben nicht einfach ist). Jemand, der in Interviews so bezwingend logisch ist wie hier (beachte vor allem die Antworten auf Frage 29 und 30).
Nun hat der also einen Preis bekommen, weil er so gut in Integration ist, und der Krach ist unüberhörbar. Ganz zu Unrecht, wie ich finde!
Integration heißt ja, sich der Mehrheit anpassen. Die Mehrheit findet Zoten über Frauen komisch und Vulgärsprache nicht so schlimm, da hat die Integration ja schon mal gut geklappt. Die Mehrheit ist Schwulen gegenüber eher mißtrauisch. Die Mehrheit hat so lange nichts gegen Juden, wie sie nicht zur Familie gehören und nicht in der gleichen Firma arbeiten.
Bushido ist meiner Meinung nach perfekt integriert in eine Gesellschaft, die immer mehr von Toleranz schwätzt und immer weniger Toleranz walten läßt. Einen international unbedeutenden Preis, der in einem hochkitschigen Bronzerehlein besteht, hat er vollauf verdient.
Interessanter Gedanke – Lebenszeit als neue Währung
Sylvia
Die Presse gleich welcher Couleur erfreut immer wieder mit phrasenhaftem Stil. Wird von einer Vergewaltigung berichtet, so wird immer dazugesagt, daß sie brutal war (als ob es auch anders ginge). Jeder Mensch, über den, und jedes Werk, über das es mindestens zwei öffentliche Meinungen gibt, ist in Zeitungen umstritten. Wo mehr als hundert Menschen zu Schaden kommen, spricht die Presse von einer humanitären Katastrophe (du lieber Himmel, menschenfreundliche Katstrophen?).
Geschenkt, das kennen wir schon. Ich bin sogar ziemlich sicher, darüber schon mehr als einmal öffentlich genörgelt zu haben. Aber es sage niemand, Reporter haben keine neuen Einfälle! Im Zuge der Strauss-Kahn-Affäre berichtet die Internetzeitung Ad-Hoc-News von einem illegalen französischen Zuhälterring.
Nun bin ich mit französischer Rechtskunde nicht in allen Einzelheiten vertraut, aber mir ist doch so, als sei Menschenhandel auch im Pays de la Raison ganz grundsätzlich verboten. AHN impliziert aber mit dem Ausdruck illegal in diesem Zusammenhang, daß es auch legale Zuhälterringe, wenigstens in Frankreich, gebe. Das könnte man als sehr böswillige Unterstellung auffassen, wüßte man nicht aus Erfahrung, daß es sich bei Presseleuten einfach um sprachliche Schluderei handelt.
Und ehe man mir jetzt eine unzulässige Vorverurteilung der wahrheitsliebenden und -suchenden, aufklärenden und sprachlich brillanten Journalistenschar unterstellt:
Ich habe nichts gegen Journalisten. Einige meiner besten Freunde sind Journalisten – und Journalisten haben ja auch schon so viel für Deutschland getan – und für Österreich -
ICH HABE ÜBERHAUPT GAR KEINE VORURTEILE GEGENÜBER DER JOURNAILLE!
Seine Lösung: Nur Schuldenbremse kann uns noch retten.
Wenn wir das früher gewußt hätten.
… fern sehen hier eine besondere Bedeutung zukommt
Aloha !
Sylvia
Will ja nicht so sein. Hier gleich Teil 2.
Insgesamt 5 Filme über Hawaii. Teil 2 Habe ich gerade auf Arte gesehen.
Hab ihr verpasst ???
ARTE wird in Österreich gar nicht ausgestrahlt??? Weil Deutsch Französischer Sender??
Macht nix.
Gibt ja Internet. Und Arte TV im Internet. Mußt du gucken.
Hier der Link zu Teil 1: