Angenommen, ihr könntet euch aussuchen, ein Vogel zu sein, welcher wärt ihr gerne ?
Ich hab jüngst einen Bericht über einen Storch gesehen, der in Österreich, – genauer gesagt im Burgenland, wo sie auf Schornsteinen ihre Nester errichten, – offenbar drauf vergessen hat, weiter Richtung Süden zu ziehen.
Jetzt stand der also so am Firmengelände mitten im Schnee herum und wußte nicht so Recht, woher er sein Futter bekommen sollte. Die beherzten Mitarbeiter fütterten ihn mit Fischen und Küken
, ja die Natur, und so überlebte er den Winter im Freien. Er stand dann jeden Morgen im überdachten Eingangsbereich der Firma, der vom Schnee geräumt war und das sah durchaus originell aus.
Dann kamen die *Naturfreunde*, fütterten ihn, wie es auch die Mitarbeiter jeden Tag getan haben ABER fingen den Storch ein, um ihm ein Markierungsband auf einen Fuß zu klipsen. Dann haben sie ihn wieder freigelassen, aber der Storch war durch diese Aktion derart verstört, dass er sich tagelang nicht füttern ließ und fast verhungert wär.
Die Firmeninhaber riefen dann einen Zoologen zu Hilfe und irgendwie schafften sie es dann mit vereinten Kräften, den Storch heil über den Winter zu bringen.
Tja, liebe Naturfreunde, vielleicht wär der Begriff *zwanghafte Naturkontrolleure* für euch einfach der passendere ?
Es gibt nämlich einen Unterschied zwischen Mitschwingen und Zerren am ruhenden Objekt.
Sich jemand zum Freund zu machen, auch die Natur, bedeutet manchmal nix anderes, als sie bzw. ihn einfach nur zu beobachten und in Ruh zu lassen. Und nur dann einzugreifen, wenn’s dem Objekt der Begierde auch wirklich dienlich ist und nicht einfach nur um Statistiken zu füllen.
Blödärsche
Kaffee und Tee von und für schräge Vögel gibt’s heut für euch.
Sylvia