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	<title>Eigentliches.com &#187; Jean-Paul Sartre</title>
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		<title>Continuons</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Mar 2011 11:51:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sylvia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Claudia Sperlich]]></category>
		<category><![CDATA[Eigentlich blöd]]></category>
		<category><![CDATA[Jean-Paul Sartre]]></category>
		<category><![CDATA[Kernkraft]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich hab da ein paar geniale Argumente für die friedliche Nutzung von Kernkraft gehört. Das erste kam von einer Fachfrau. Ich hatte behauptet, gegen Halbwertszeiten kann man rein gar nichts machen, und erklärt: bei dem Plutonium, das man in Kernkraftwerken &#8230; <a href="http://www.eigentliches.com/2011/03/continuons/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich hab da ein paar geniale Argumente für die friedliche Nutzung von Kernkraft gehört.</p>
<p>Das erste kam von einer Fachfrau. Ich hatte behauptet, gegen Halbwertszeiten kann man rein gar nichts machen, und erklärt: bei dem Plutonium, das man in Kernkraftwerken braucht, liegt die Halbwertszeit bei 24.000 Jahren, danach ist es immer noch mordsgefährlich, und in der Zeit hats mal wieder eine Eiszeit gegeben, und die tektonischen Platten haben sich verschoben, die Erde hat gebebt, vielleicht ist irgendwo ein neues Mittelgebirge entstanden oder ein altes weg, paar Gletscher sind über Tschernobyl oder Harrisburg gewandert &#8211; das ist nicht so eine sehr lustige Idee.</p>
<p>Jetzt das Gegenargument: Doch, klar kann man was machen, Halbwertszeiten kann man sehr wohl verringern. </p>
<p>Nun dachte ich erst, wenns keiner in irgendeinem Kernkraftwerk macht, dann gehts eben nicht.<br />
Inzwischen weiß ich &#8211; weil ich einen Physiker gefragt habe: Doch, das geht schon. Zerfall kann man beschleunigen. Man ist dabei, im Labor herumzuprobieren damit, und hofft, daß in ungefähr vierzig Jahren die AKWs dahingehend aufgerüstet werden können, daß die Halbwertszeiten nur noch Stunden oder Minuten dauern. Wenn man viele Billionen Euro hätte, könnte man es sogar schon heute. Hat man aber nicht, und kann man also nicht.</p>
<p>Damit wäre also das erste Argument gegessen. Denn wenn die Biester einfach die nächsten vierzig Jahre lang wahnwitzig gefährlich sind und dann vielleicht nicht mehr, gehen aber nicht erst dann, sondern schon vor Ablauf der vierzig Jahre kaputt, hat die Menschheit halt Pech gehabt. Ebenso, wenn, wie in der Forschung üblich, es doch noch ein bißchen länger dauert, der GAU aber so lange nicht warten mag.</p>
<p>Das zweite Argument geht so:</p>
<p>Stimmt schon, Kernkraft ist nicht so richtig gut, aber jetzt haben wir sie mal, und da wäre es blöd, wenn wir sie nicht nutzen. Wenn wir nämlich jetzt die Kernkraftwerke ausschalten, strahlen sie noch so lange weiter, daß es eigentlich egal ist. Sie sind mörderisch gefährlich, ob sie nun laufen oder nicht laufen, und dann kann man sie ja auch gleich laufen lassen.</p>
<p>Das find ich schon bestechend. Da läßt sich eine ganz neue Auffassung von Moral ableiten: Wenn ich schon so richtig was Schlimmes angerichtet habe, was ich aus eigener Kraft nicht wieder geradegebogen bekomme, dann muß ich nicht versuchen, einen Teil des Schadens zu beheben, so gut es eben geht, sondern einfach so weitermachen wie bisher, mit den Zinsen der unterschlagenen Million wuchern, das Gift im Grundwasser verschweigen und die darüber gewachsenen Möhren feilbieten oder eben den Strom aus dem AKW weiter gewinnbringend verkaufen. Wenn die Leute meinetwegen in hundert Jahren noch Probleme haben, dann müssen sie auch in tausend Jahren nicht besser leben.</p>
<p>Continuons &#8211; machen wir weiter. Das ist das Schlußwort von Sartres Stück <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geschlossene_Gesellschaft" target="_blank">Huis Clos &#8211; Geschlossene Gesellschaft</a>. Es wird in der Hölle gesprochen.</p>
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