Ich habe keine Geduld mehr mit Sprachverhunzern.
Jeder, der sich öffentliche in einer mir bekannten Sprache äußert mit dem Anspruch, diese Sprache in gebildeter, gepflegter Weise zu brauchen, muß damit rechnen, daß ich seine Grammatik- und Stilfehler bekanntgebe. Niemand erwarte Schonung!
Über falsche Imperativbildungen habe ich schon an anderer Stelle gemault. Komme mir da bitte keiner mit oberschlauen Bemerkungen über den Wandel der Sprache oder gar Dönnekens über ungebildete, aber herzergreifend gute Dichter! Es ist nichts dagegen zu sagen, in einer Sprache, die man nicht recht beherrscht, zu schreiben - im Gegenteil, das ist eine gute Art, sie zu lernen. Sehr viel aber ist dagegen zu sagen, wenn der dilettantische Autor sein Werk unkorrigiert als Literatur verkaufen will (was täglich geschieht) - und wenn er gar seine mangelnde Begabung als Genialität verkauft, indem er Menschen, die auf formale Mängel achten, als minderbemittelte Erbsenzähler hinstellt.
Ferner ist die Tatsache, daß Kitsch von einer großen Zahl Menschen gelesen wird, kein Argument für die Existenzberechtigung klebrig-triefender Machwerke. Wäre es ein Argument, so wäre auch das Vorhandensein von Mord zugleich seine Legitimierung.
Hugh, ich habe gesprochen.